Projekte der Giordano Bruno Stiftung

 

 

Humanistischer Pressedienst (hpd)

In Deutschland gibt es zur Zeit rund 20 Organisationen, Verbände und Gemeinschaften, die sich dem freigeistig-humanistischen Bereich zuordnen. In den Prinzipien „selbstbestimmtes Leben", „ohne Gott", und „mit Respekt vor anderen" u.a.m. finden sie Gemeinsamkeiten, die sie von religiös orientierten Organisationen und Verbänden eindeutig unterscheiden. Dieses säkulare Spektrum reicht von atheistischen Gruppen, Freidenkern, Humanisten als Weltanschauung bis hin zu Unitariern und Freireligiösen Gemeinschaften.

Mit einer gemeinsamen großen „Schnittmenge" von Überzeugungen - ohne die eine Zusammenarbeit nicht möglich wäre - vertreten die Verbände in einzelnen Fragen unterschiedlichste Auffassungen. Um eine seriöse, von direkten Verbandsinteressen unabhängige Berichterstattung zu ermöglichen, verfügt der hpd über eine eigenständig arbeitende, nur den eigenen Prinzipien verpflichtete Redaktion. Der hpd soll nach außen dazu beitragen, dass aufklärerische, humanistische, freigeistige Positionen in Medien und Politik größere Beachtung finden. Nach innen, d.h. in Bezug auf die verschiedenen Verbände der säkularen Szene, soll der hpd eine integrierende Wirkung haben (gemeinsamer Veranstaltungskalender, Pressemeldungen, die auf Verlautbarungen der einzelnen Verbände zurückgreifen etc.).

weitere Informationen: http://hpd.de/


Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid)

Wie viel Prozent der deutschen Bevölkerung glauben an die Auferstehung der Toten, die Macht der Sterne oder die Wiedergeburt? Wie viel vertrauen eher der Wissenschaft als der Religion? Sind Muslime mehrheitlich gegen das Kopftuchverbot und Katholiken gegen den Schwangerschaftsabbruch? Was zeichnet jenes Drittel der Deutschen aus, das offiziell keiner Religion mehr angehört?

Fragen wie diese versucht die im Januar 2005 von der Giordano Bruno Stiftung initiierte Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) empirisch zu beantworten. fowid verfolgt das Ziel, umfassende Informationen zur sozialen Akzeptanz religiöser oder weltlicher Weltdeutungen zu erheben, auszuwerten und öffentlich zugänglich zu machen. Solches empirisches Wissen ist nicht nur bedeutsam für die Politik, die in der Regel eine weit größere religiöse Bindung der Bevölkerung unterstellt, als faktisch vorhanden ist, sondern auch für die Stiftung, die dank fowid genauere Anhaltspunkte erhält, an welchen Stellen die Aufklärungsarbeit ansetzen sollte.

weitere Informationen: www.fowid.de

 

Säkular-Politik

Die vielen Millionen Menschen, die in Deutschland bereits der Religion den Rücken gekehrt haben (mittlerweile gibt es hierzulande mehr Konfessionslose als katholische oder evangelische Kirchenmitglieder), finden weder in der Politik noch in den Medien die Beachtung, die sie verdienen. Die Giordano Bruno Stiftung möchte dem entgegenwirken. Sie unterstützt die Arbeit der säkularen Verbände und hat u.a. die Gründung eines „Zentralrats der Konfessionsfreien“ vorgeschlagen, eines zentralen politischen wie medialen Repräsentationsorgans, das dazu dienen soll, die Interessen der konfessionsfreien Menschen in Deutschlands besser zu vertreten.

siehe Projektseite "Zentralrat der Konfessionsfreien"
siehe auch die Website zur Kampagne "Wir haben abeschworen!" des "Zentralrats der Ex-Musliime" (Kampagnenkonzeption und -leitung: gbs)
Auf der Basis des "Manifest des evolutionären Humanismus" haben gbs-Fördermitglieder konkretisierte und weiterführende Forderungen an Staat und Gesellschaft erstellt: Download des PDF-Dokuments

 

Leitkultur: Evolutionärer Humanismus

Während konservative Politiker eine christlich-patriotische Leitkultur („Werte des christlichen Abendlandes“) einklagen und mitunter gar zum Kulturkampf gegen „gott- und vaterlandslose Gesellen“ aufrufen, träumen andere von der „multikulturellen Gesellschaft“ und einer „Einbürgerung des Islam“ inklusive eines „flächendeckenden Angebots von Islamunterricht an deutschen Schulen“.

Die Giordano Bruno Stiftung hält beide Strategien für verfehlt: Weder die konservative Wiederbelebung der Idee einer „christlichen Festung Europa“ noch die postmoderne Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Islam oder anderen religiösen bzw. esoterischen Strömungen werden das Projekt einer „offenen Gesellschaft“ voran bringen. Vielmehr sollten wir konsequenter als je zuvor auf jene Leitkultur setzen, mit der der gesellschaftliche Fortschritt in der europäischen Geschichte tatsächlich verknüpft war, nämlich dem Zusammenspiel von diesseitigem Humanismus und wissenschaftlicher Aufklärung. Die Giordano Bruno Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Idee einer solchen „progressiven Leitkultur“, die sich auf die besten Traditionen von Wissenschaft, Philosophie und Kunst stützt, öffentlichkeitswirksam in die gesellschaftspolitische Debatte einzubringen.

siehe Projektseite "Leitkultur-Humanismus und Aufklärung"
siehe auch die Website zum Darwin-Jahr 2009: www.darwin-jahr.de

 

Expertennetzwerk

Um eine ethisch und wissenschaftlich tragfähige Alternative zu den bestehenden religiösen Weltdeutungsmustern zu entwickeln und zu verbreiten, bedarf es vieler kluger und kreativer Köpfe. Deshalb hat die Giordano Bruno Stiftung damit begonnen, ein Expertennetzwerk aufzubauen, in dem sich schon heute zahlreiche namhafte Wissenschaftler, Philosophen und Künstler engagieren. Die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe der Netzwerksmitglieder – das Spektrum reicht vom Wissenschaftstheoretiker Hans Albert („Traktat über kritische Vernunft“) über den Schriftsteller Max Kruse („Urmel aus dem Eis“), den Hirnforscher Wolf Singer ("Der Beobachter im Gehirn") bis hin zum Evolutionsbiologen Franz Wuketits („Der Affe in uns“) – erweisen sich dabei als ungemein fruchtbar. Sie sorgen dafür, dass die verschiedenen Facetten eines Themas beachtet und neue Wege der Problemlösung gefunden werden können.

siehe: Stiftung/Gremien

 

Satirische Eingriffe: Religionsfreie Zone

"Heidenspaß statt Höllenqual!" - Mit der "Religionsfreien Zone" setzte die Giordano Bruno Stiftung (gemeinsam mit dem "Heidenspaß-Komitee Köln") ein aufklärerisch-satirisches Gegengewicht zum katholischen Weltjugendtag 2005 in Köln. 2006 folgte die zweite "Religionsfreie Zone" in München anlässlich des Papstbesuchs in Bayern. Im Internet präsentiert www.religionsfreie-zone.de u.a. die satirische Kunstausstellung "Die heilige Ursel"

siehe: www.religionsfreie-zone.de/

 

Literatur

Der Buchmarkt wird heute mehr denn je von dem ökonomischen Interesse der Verlage bestimmt, Profite zu maximieren bzw. Verluste zu minimieren. Bücher werden demzufolge nicht mehr nach der Qualität ihres Inhalts, sondern nach der Quantität ihres Absatzes beurteilt. Die Giordano Bruno Stiftung möchte dazu beitragen, dass kritische, vom Geist der Aufklärung getragene Bücher in der Flut der Veröffentlichungen nicht untergehen und unterstützt in diesem Zusammenhang u.a. den neuen Internetshop denkladen, der ausschließlich humanistisch-aufklärerische Bücher/Produkte anbietet (www.denkladen.de/).

Seit Beginn an ist die Stiftung insbesondere dem Werk des „Streitschriftstellers“ Karlheinz Deschner verpflichtet, der nicht nur als der „bedeutendste Kirchenkritiker des Jahrhunderts“ (Wolfgang Stegmüller) geschätzt wird, sondern auch als einer der wortgewaltigsten Autoren deutscher Sprache gilt. (siehe hierzu u.a. die von der Giordano Bruno Stiftung betreute offizielle Homepage Deschners www.deschner.info.)

 

Deschner-Preis

Mit dem Deschner-Preis sollen Personen oder Organisationen ausgezeichnet werden, die - wie der Namensgeber Karlheinz Deschner - in besonderem Maße zur Stärkung des säkularen, wissenschaftlichen und humanistischen Denkens und Handelns beitragen. Die Einrichtung des mit 10.000 Euro dotierten Preises wurde vom Vorsitzenden der Giordano Bruno Stiftung, Herbert Steffen, während des Festakts zum 80. Geburtstag von Karlheinz Deschner offiziell bekannt gegeben.

Der erste Träger des Deschner-Preises wird der britische Evolutionstheoretiker Richard Dawkins sein, siehe:
http://hpd-online.de/node/2010 oder www.deschner-preis.de

 

Giordano Bruno Akademie

Die Giordano Bruno Stiftung tritt als Veranstalter von Vorträgen, Workshops und Symposien auf, die teils in den Räumen der Giordano Bruno Akademie (Mastershausen) stattfinden, teils in den großen Medienstädten Deutschlands.

siehe Rubrik Akademie

Bild: Der amerikanische Entzauberer James „The Amazing“ Randi demonstriert Uri Gellers Löffeltrick auf der von der Stiftung mitorganisierten Tagung „Wissen statt Glauben“ in Köln